Holzhybridbauweise: Gezielter Einsatz von Holz und Stahl
Holz und Stahl erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Die Holzhybridbauweise verbindet ihre Stärken und setzt Ressourcen gezielt ein.
Was ist Holzhybridbauweise und wie funktioniert sie?
Ein Stahlrahmen übernimmt tragende Aufgaben und ermöglicht schlanke Profile sowie große Spannweiten. Holz kommt beispielsweise bei Wänden und Decken zum Einsatz. Die Holzhybridbauweise ordnet jedem Baustoff Aufgaben zu, für die er sich besonders eignet.
Welche Vorteile bietet die Kombination aus Holz und Stahl?
Holz speichert Kohlenstoff, der während der Nutzung im Gebäude gebunden bleibt. Stahl trägt hohe Lasten bei schlanken Querschnitten und unterstützt offene Grundrisse. Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie untersuchten im Projekt HoStaBau Hybridträger aus Holz und Stahl. Ihre Versuche zeigen, dass gezielte Materialkombinationen die Biegetragfähigkeit und Steifigkeit gegenüber reinen Holzträgern steigern können.
Sechs Aspekte für Bauherren:
- Tragfähigkeit: Stahl trägt hohe Lasten bei schlanken Profilen.
- Spannweiten: Die Konstruktion eröffnet flexible Raumlösungen.
- Kohlenstoffspeicherung: Holz bindet Kohlenstoff im Gebäude.
- Vorfertigung: Werkseitige Produktion verbessert die Planbarkeit.
- Nutzungsflexibilität: Nichttragende Wände erleichtern Grundrissänderungen.
- Ressourceneinsatz: Zertifiziertes Holz und effizient eingesetzter Stahl unterstützen einen bewussten Materialeinsatz.
Wie nachhaltig ist die Holzhybridbauweise?
Die ökologische Qualität hängt von Herkunft, Materialmenge, Nutzungsdauer und Wiederverwendung ab. ALHO gibt an, ausschließlich FSC oder PEFC zertifiziertes Holz einzusetzen. Recycling und effiziente Verarbeitung schonen Ressourcen. Die Materialkombination allein garantiert keine bestimmte Klimabilanz. Entscheidend bleibt die Bewertung des gesamten Gebäudes von der Herstellung bis zum Rückbau.
Wie verkürzt modulares Bauen die Bauzeit?
Die Holzhybridbauweise eignet sich für modulares Bauen. Fachbetriebe fertigen Bauteile oder Raummodule vor. Vor Ort folgen Transport und Montage. Das verbessert die Planbarkeit und kann Bauzeit sparen.
Variable Modulabmessungen und nichttragende Innenwände ermöglichen unterschiedliche Grundrisse. ALHO nennt Bürogebäude, Einrichtungen für Bildung und Gesundheit sowie Wohngebäude als Einsatzfelder des eigenen Systems. Je nach Planung sind bis zu vier Geschosse möglich.
Welchen Brandschutz bietet die Holzhybridbauweise?
Tragwerk, Bauteile und Anschlüsse müssen aufeinander abgestimmt sein. Auch Wärme, Schall und Feuchteschutz gehören in die Planung. ALHO nennt für sein System die Feuerwiderstandsklassen F30 und F60. Diese Angabe bezieht sich auf das konkrete System. Zusätzlich gelten die baurechtlichen Anforderungen des jeweiligen Projekts.
Fazit Holzhybridbauweise: Ressourcenschonend und flexibel bauen
Die Holzhybridbauweise verbindet die Tragfähigkeit von Stahl mit den Eigenschaften von Holz. Vorfertigung und flexible Grundrisse erweitern die Einsatzmöglichkeiten. Eine durchdachte Materialwahl, verantwortungsvolle Beschaffung und sorgfältige Planung bilden die Grundlage für ein leistungsfähiges Gebäude.